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ZTNA schnell integriert: ein Schritt auf dem Weg zu Zero Trust

Technisch28. Jan. 2025Stefan Keller, Chief Product Officer
ZTNA schnell integriert: ein Schritt auf dem Weg zu Zero Trust

Traditionelle Cybersecurity-Modelle geraten durch moderne Bedrohungen unter Druck, die perimeterbasierte Verteidigungen mühelos umgehen. Remote-Arbeit nimmt weiter zu, Angreifer werden immer raffinierter - Unternehmen suchen deshalb verstärkt nach Lösungen, die robusten Schutz bieten, regulatorische Compliance ermöglichen und die betriebliche Effizienz erhalten. Ein Ansatz mit starkem Momentum ist Zero Trust. Eine tragende Komponente von Zero Trust - Zero Trust Network Access (ZTNA) - wird weltweit in rasantem Tempo als Eckpfeiler wirksamer Cybersecurity eingeführt. Dieser Artikel zeigt, wie Zero-Trust-Prinzipien die Compliance mit Richtlinien wie NIS2 und DORA stärken, unterstreicht die Bedeutung von Secure Service Edge (SSE) für den Schutz von Remote-Benutzern und skizziert einen Migrationsplan in fünf Schritten, mit dem sich ZTNA schnell in die Zero-Trust-Architektur eines Unternehmens integrieren lässt.

Zero Trust verstehen

Zero Trust ist ein strategisches Sicherheitsmodell nach dem Prinzip „never trust, always verify“. Anders als klassische Sicherheits-Frameworks, die stark auf Perimeter-Verteidigung setzen, verlagert Zero Trust den Fokus auf kontinuierliche Authentifizierung, granulare Zugriffskontrollen und die Segmentierung von Benutzerrechten und Ressourcen. Im Kern geht dieses Modell davon aus, dass keinem Benutzer, keinem Gerät und keiner Anwendung von vornherein vertraut werden sollte - egal ob innerhalb oder außerhalb des Unternehmensnetzwerks. Zugriff gibt es erst, wenn die Identität verifiziert, die Geräte-Compliance validiert und richtlinienbasierte Regeln durchgesetzt sind.

Weil jede Anfrage im Kontext bewertet wird - etwa durch die Verifizierung der Benutzeridentität unter Einbeziehung von Standort, Sicherheitsstatus des Geräts und weiteren Risikoindikatoren - reduziert das Zero-Trust-Modell die Angriffsfläche drastisch. Ein Angreifer, der in einen Teil des Netzwerks eindringt, kann sich kaum lateral bewegen oder privilegierten Zugriff erlangen, wenn jede Aktion anhand strikter Sicherheitsrichtlinien neu validiert werden muss. Mit Zero Trust beschleunigen Unternehmen die Bedrohungserkennung, dämmen bösartige Aktivitäten ein und stärken letztlich ihre gesamte Sicherheitslage.

Zero Trust für NIS2- und DORA-Compliance

Zwei zentrale Regularien prägen heute die europäische Cybersecurity-Landschaft: die Richtlinie über Netz- und Informationssysteme (NIS2) und der Digital Operational Resilience Act (DORA). NIS2 baut auf der ursprünglichen NIS-Richtlinie auf und legt die Messlatte für Incident-Meldungen, Risikomanagement und die Resilienz kritischer Infrastrukturen höher. DORA wiederum soll sicherstellen, dass Finanzunternehmen einer breiten Palette digitaler Störungen standhalten und dabei eine robuste operative Resilienz bewahren.

Zero Trust hilft Unternehmen, die Anforderungen dieser Regularien zu erfüllen, indem Sicherheitskontrollen auf jeder Ebene verankert werden. NIS2 etwa betont striktes Risikomanagement und strenge Zugriffskontrollen. Eine Zero-Trust-Architektur setzt granulare Richtlinien durch, die das Risiko von Datenlecks senken, grundlegende Mindestsicherheitsanforderungen erfüllen und forensische Daten für schnellere, präzisere Incident-Meldungen liefern. DORA wiederum verlangt von Finanzunternehmen, ihre Widerstandsfähigkeit auch unter widrigen Bedingungen nachzuweisen und Technologie-Drittanbieter streng zu überwachen. Zero Trust schafft genau diese Resilienz, indem jede Interaktion kontinuierlich überwacht wird - auffällige Aktivitäten werden schnell erkannt und eingedämmt. Mit klaren Richtlinien, analytikgestützten Erkenntnissen und lückenlosen Zugriffsprotokollen können Unternehmen belegen, dass sie die strengen Sicherheits- und Resilienzstandards von NIS2 und DORA erfüllen.

Remote-Benutzer und die Rolle von SSE

Eine der größten Herausforderungen für Unternehmen ist heute die Absicherung von Remote-Benutzern. Diese Benutzer arbeiten häufig von zu Hause oder unterwegs, sind dem Internet stärker ausgesetzt und bewegen sich außerhalb des traditionellen Netzwerkperimeters. Einmal über ein Virtual Private Network (VPN) oder einen ähnlichen Kanal verbunden, erhalten Remote-Benutzer oft deutlich weitreichenderen Zugriff auf Unternehmensressourcen als beabsichtigt. Klassische Lösungen zur Richtliniendurchsetzung stoßen bei Remote-Verbindungen häufig an ihre Grenzen - und lassen diese Benutzer verwundbar zurück.

Hier kommt Secure Service Edge (SSE) ins Spiel. SSE bündelt kritische Sicherheitsdienste - etwa Secure Web Gateways (SWGs), Cloud Access Security Broker (CASBs) und Zero Trust Network Access - auf einer einzigen, aus der Cloud bereitgestellten Plattform. Mit SSE stellen Unternehmen eine konsistente Durchsetzung ihrer Sicherheitsrichtlinien für alle Benutzer sicher, ob vor Ort oder remote. Diese Konsistenz schließt die Sichtbarkeits- und Kontrolllücken, die entstehen können, wenn sich Benutzer von außen verbinden - das stärkt die Abwehr des Unternehmens und senkt die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Cyberangriffe.

Die Migration zu ZTNA in fünf Schritten

Die ZTNA-Integration lässt sich mit einem methodischen Migrationsplan in fünf Schritten deutlich beschleunigen. Wer diesen Schritten folgt, löst sich reibungslos von verwundbaren Legacy-Architekturen und bewegt sich hin zu einem anpassungsfähigeren, sichereren Framework nach Zero-Trust-Prinzipien.

Zugriff von Drittparteien und Lieferanten absichern

Der erste Schritt einer Zero-Trust-Journey besteht darin, den Anwendungs- und Datenzugriff von Drittanbietern und Lieferanten granularer abzusichern und zu steuern - denn das bringt gleich mehrere Vorteile. Erstens unterstützt es die Compliance mit neuen regulatorischen Vorgaben rund um den Lieferantenzugriff, die für Unternehmen weltweit zunehmend Priorität haben. Zweitens entfällt für externe Mitarbeitende die Notwendigkeit, VPNs zu nutzen oder Software auf ihren Geräten zu installieren - das vereinfacht den Prozess für Dienstleister wie für IT-Teams. Und drittens bietet es die Gelegenheit, Sicherheitstechnologien und Richtlinien in einem fokussierten, isolierten Anwendungsfall zu testen und zu verfeinern: IT-Security-Teams sammeln praktische Erfahrung, ohne das gesamte Unternehmen zu beeinträchtigen.

Legacy-Technologie ablösen

Im zweiten Schritt werden veraltete VPN- und Zugriffslösungen durch moderne, cloudbasierte ZTNA-Werkzeuge ersetzt. Traditionelle VPN-Gateways erfordern oft komplizierte Netzwerkkonfigurationen und gewähren übermäßig breiten Netzwerkzugriff - für Angreifer sind sie damit hochattraktive Ziele. Der Umstieg auf ZTNA reduziert die Komplexität, verbessert die Granularität der Zugriffe und ebnet den Weg für weitergehende Zero-Trust-Initiativen.

Eine ZTNA-Richtlinie für die unternehmensweite Zugriffskontrolle erstellen

Sind die ZTNA-Technologien im Einsatz, sollten Unternehmen Richtlinien für den Ressourcenzugriff definieren und durchsetzen. Diese Richtlinien sollten Benutzeridentität, Gerätestatus und Kontextfaktoren wie Standort oder Netzwerkrisiko einbeziehen. Wer konsequent auf Least-Privilege-Zugriff setzt, stellt sicher, dass Benutzer nur mit genau den Anwendungen und Daten arbeiten können, die sie für ihre Rolle benötigen.

Ein Secure Web Gateway (SWG) für das Surfen im Web durchsetzen

Remote-Benutzer wie Mitarbeitende vor Ort greifen häufig auf Cloud-Dienste und Internetressourcen zu. Ein SWG filtert den Datenverkehr auf DNS- oder URL-Ebene und prüft SSL-verschlüsselten Traffic auf Bedrohungen - so laden Endbenutzer nicht versehentlich Malware herunter und geben keine sensiblen Daten preis. Wird das SWG konsistent über Remote- und interne Netzwerke hinweg angewendet, entsteht eine einheitliche Schicht der Web-Sicherheit.

Universal ZTNA für einheitliche Zugriffsrichtlinien anwenden

Der letzte Schritt besteht darin, die ZTNA-Richtlinien zu vereinheitlichen, sodass für Remote-Benutzer und Benutzer vor Ort dieselben Zero-Trust-Regeln gelten. Dieser universelle Ansatz vereinfacht nicht nur das Management, sondern erhöht auch die Sicherheit. Mit einem einzigen Framework für Identitätsprüfung, Kontextermittlung und Richtliniendurchsetzung schaffen Unternehmen eine Umgebung, in der jede Transaktion derselben strengen Prüfung unterliegt - ganz gleich, woher sie stammt.

Eine Reise, kein einmaliges Projekt

Wichtig zu verstehen: Die Einführung von Zero Trust und SSE ist keine einmalige Angelegenheit. Sie ist eine fortlaufende Reise, die sorgfältige Pflege, Updates und ständige Weiterentwicklung verlangt - denn Bedrohungen verändern sich und Unternehmen wachsen. Security-Teams müssen bei Trends auf dem Laufenden bleiben, in Schulungen investieren und ihre Richtlinien feinjustieren, um die richtige Balance zwischen robustem Schutz und optimaler Benutzererfahrung zu finden. Die Disziplin und die Fähigkeiten, die das langfristige Management von Zero-Trust-Architekturen erfordert, sind durchaus anspruchsvoll - der Lohn ist jedoch ein zukunftsfähiges Sicherheitsfundament, das immer strengere Compliance-Anforderungen erfüllt, wachsenden Bedrohungen begegnet und einen reibungslosen, sicheren Geschäftsbetrieb unterstützt.

Unterm Strich bringt die schnelle Integration von ZTNA als Teil einer umfassenden Zero-Trust-Architektur enorme Vorteile: Sie stärkt die Compliance mit Regularien wie NIS2 und DORA, adressiert eine der größten Schwachstellen - die Remote-Benutzer - und ermöglicht ein widerstandsfähigeres, anpassungsfähigeres Sicherheits-Framework. Mit dem fünfstufigen Migrationsplan schaffen Unternehmen schnell ein Zero-Trust-Fundament, das das Management vereinfacht, Risiken senkt und mit der sich wandelnden Cybersecurity-Landschaft Schritt hält. Vor allem aber gilt: Zero Trust und SSE verlangen kontinuierliche Verbesserung und echtes Engagement - nur so bleiben Unternehmen heute und weit in die Zukunft hinein geschützt.

#ztna#zero-trust
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